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Bornholm

Hammershus

Blick auf Hammershus auf Bornholm

An der Nordwestseite der dänischen Insel Bornholm steht mit Hammershus eine der größten Burgruinen Nordeuropas. Ihre beeindruckende Lage hoch über der Ostsee, ihre immense Größe und ihre bewegte Geschichte machen Hammershus zu einer der am meist besuchten Sehenswürdigkeiten Bornholms. Direkt an der Ruine befindet sich auch der Slotsgarden in dem eine Cafeteria und eine Infoausstellung zur Geschichte der Burg untergebracht ist. Die Burg ist ganzjährig und bei freiem Eintritt zu besichtigen. Sie können Hammershus auf eigene Faust entdecken oder einen Rundgang mit Fremdenführer buchen.

Lage

Die Burgruine liegt zwischen dem kleinen Ort Vang und Sandvig, an der nordwestlichen Seite von Bornholm. Nördlich von Hammershus befindet sich der Hammersknuden, Hammers Hafen, und die Leuchttürme Hammers Fyr und Hammerodde, man sollte also schon etwas mehr Zeit einplanen denn der Nordwesten von Bornholm lockt nicht nur mit der Burgruine.

Geschichte von Hammershus

Als der dänische König Svend Grathe große Teile von Bornholm dem Erzbischof von Lund vermachte, benötigte die Kirche einen Gegenpol zur Lilleborg. Von der Lilleborg aus wurde der staatliche Teil der Insel verwaltet. Erste Teile von Hammershus sind bereits um 1200 errichtet worden, man geht aber davon aus das die Burg erst Ende des 13. Jahrhunderts vom Erzbischof Jens Grand fertiggestellt wurde. Aufgrund von Streitigkeiten zwischen Staat und Kirche wurde Bornholm zum Spielball der Bischöfe und Könige. Bereits 1259 ließ der König den amtierenden klerikalen Inselverwalter gefangen nehmen. Im Gegenzug wurde die Lilleborg zerstört. Seitdem wechselte die Herrschaft über die Hammershus Burg und somit auch die Verwaltung von Bornholm mehrmals, da die Herrschaft über Hammershus auch gleichzeitig die Kontrolle über Bornholm bedeutete. Diese Streitigkeiten reichten bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts. Die Könige eroberten Hammershus und gaben die Burg wieder an den Bischof zurück. Im Jahr 1362 erkannte der amtierende Bischof das Recht des Königs an, die Burg zurückzufordern wenn der König das wünschte. Dies geschah allerdings erst durch Christian II. im Jahr 1521.

Herrschaft der Lübecker Hanse

Allerdings entdeckte ab dem 14. Jahrhundert die deutsche Hanse die Insel für sich und plünderte Bornholm mehrmals. Zudem verlor die dänische Krone auch noch den schwedischen Unabhängigkeitskrieg und verpfändete Bornholm 1525 an die Hansestadt Lübeck, um Schulden zu begleichen. In der Zeit wurde Hammershus zur größten Burganlage Nordeuropas ausgebaut. Die Lübecker Amtszeit endete 1573 mit der Rückgabe Bornholms an die dänische Krone.

Endlich Frieden auf Bornholm und Aufgabe der Burg Hammershus

1658 kamen dann die Schweden und beanspruchten Bornholm für sich und besetzten die Burg. Doch die Bornholmer Bevölkerung lehnte sich gegen die schwedischen Besatzer auf und vertrieb die Schweden von der Burg. Danach wurde die Burg gerne als Gefängnis genutzt. Unter anderem wurden hier die wegen Landesverrats verurteilten Leonora Christine (Tochter von König Christian IV) und ihr Mann Corfitz Ulfeldt inhaftiert. Im 17. Jahrhundert wurde die Burg aufgegeben und neue Verteidigungsanlagen auf Christiansø und in Rønne übernahmen die Aufgaben zur Verteidigung von Dänemark. Hammershus wurde nun nach und nach zur Gewinnung von Baumaterial abgerissen. Viele Steine wurden in Rønne verbaut bis der König die Burg 1822 unter Denkmalschutz stellte. Seit 1890 wird die Burg immer wieder restauriert um sie vor endgültigen Verfall zu bewahren. Die Ruine ist heute ein beliebtes Touristenziel. Im Frühjahr 2018 wurde ein neues Besucherzentrum eröffnet das ein grandioses Panorama auf die Burg bietet.